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Inhaltsverzeichnis – vom Aufbau bis zum Feintuning

Egal ob Bachelor- oder Masterarbeit – um ein korrekt erstelltes Inhaltsverzeichnis kommst du bei wissenschaftlichen Arbeiten nicht herum. Doch was gehört eigentlich in ein solches Inhaltsverzeichnis und welche Aspekte müssen unbedingt enthalten sein? Wir zeigen’s dir – in diesem Artikel!

Was ist das Inhaltsverzeichnis?

Die Aufgabe deines Inhaltsverzeichnisses ist es, den logischen Aufbau deiner Arbeit darzustellen, sodass dein Prüfer von Beginn an einen Gesamtüberblick über diese erhalten kann. Wichtig: Es geht hierbei nicht nur darum, die Kapitel sowie die einzelnen Unterkapitel deiner wissenschaftlichen Arbeit aufzulisten, sondern das Inhaltsverzeichnis als einen roten Faden zu betrachten, welcher deutlich macht, wie du deine Forschungsfrage Schritt-für-Schritt beantwortet hast. Es ist ein wichtiges Element deiner Struktur und somit ein relevanter Bestandteil deiner Bachelor- oder Masterarbeit.

Doch das Inhaltsverzeichnis hilft nicht nur deinem Leser, sondern auch dir selbst. Es unterstützt dich nämlich dabei, deine Gedanken zu ordnen und nach System zu arbeiten. Allerdings kannst du dabei nicht einfach „drauflos schreiben“, sondern musst diverse formale Kriterien erfüllen.

Wie erstelle ich ein Inhaltsverzeichnis?

Als Erstes stellt sich natürlich die Frage, was genau in ein Inhaltsverzeichnis gehört. Im Allgemeinen sollten folgende Punkte darin enthalten sein:

  • Jedes einzelne Kapitel deiner Arbeit (von der Einleitung bis hin zum Fazit)
  • Alle Unterkapitel (sowie alle weiteren tieferen Ebenen)
  • Dein Literaturverzeichnis
  • Der Anhang deiner Arbeit

Du solltest das Inhaltsverzeichnis übrigens direkt hinter dem Deckblatt platzieren, da dieses ja einen Überblick über deine gesamte Arbeit liefern soll.

Wichtig: die Überschriften der Kapitel und Unterkapitel

Gerade weil die Auflistung der Kapitel und Unterkapitel einen so wichtigen Teil deines Inhaltsverzeichnisses darstellen, solltest du darauf achten, deine Überschriften nicht zu lang zu gestalten. Selbstverständlich sollten diese dennoch informativ gehalten sein. Folgende Punkte sind ebenfalls zu beachten:

  • Verzichte auf Satzzeichen hinter Überschriften
  • Die Überschriften im Text müssen genau dieselben wie im Inhaltsverzeichnis sein

Wie viele Kapitel sollte das Inhaltsverzeichnis haben?

Typischerweise umfassen Bachelor- und Masterarbeiten zwischen fünf und sieben Hauptkapitel. Solltest du jedoch mehr als sieben Unterkapitel innerhalb eines Kapitels verwenden (beispielsweise 1.1. – 1.7), könnte dies bedeuten, dass du das jeweilige Hauptkapitel in weitere Hauptkapitel (beispielsweise 2.1 – 2.3 und 3.1 – 3.4) aufteilen solltest. Unterkapitel kommen übrigens nie alleine vor. Wie das genau gemeint ist?

Hier ein Beispiel: Solltest du in Kapitel 2 ein Unterkapitel 2.1 einfügen, solltest du auch über ein Unterkapitel 2.2 verfügen. Sollte dies nicht der Fall sein, ist die Untergliederung in diverse Unterkapitel an dieser Stelle nicht erforderlich.

Des Weiteren sollte dein Inhaltsverzeichnis nie mehr als drei „Stufen“ haben – jede Kapitelbezeichnung, die tiefer als 1.1.1. angelegt ist, macht deine Arbeit in Ihrer Gesamtheit viel schwieriger zu lesen und zu verstehen. Versuche zudem, in jedem Kapitel eine ähnliche Struktur anzuwenden. Sollte ein Kapitel beispielsweise bis 1.1.1.1 gehen, die weiteren Hauptkapitel jedoch keine weitere Untergliederung aufweisen, könnte dies unprofessionell erscheinen.

Übrigens ist die Punktsetzung bei der Nummerierung nicht immer festgelegt: Manchmal wird empfohlen, auf die Punktsetzung am Ende der Nummerierung zu verzichten, in anderen Fällen werden die Punkte nur in der ersten Ebene gesetzt. Stimme dich hierüber am besten mit deinen Prüfer*innen ab.

Worauf muss ich beim Inhaltsverzeichnis achten?

Neben den bereits genannten Aspekten gibt es bezüglich des Inhaltsverzeichnisses weitere Aspekte, auf die du dringend achten solltest. Ein sehr wichtiges Thema beim Inhaltsverzeichnis sind natürlich die Seitenzahlen, welche du mit viel Sorgfalt anwenden solltest: Schließlich können fehlende oder falsche Seitenzahlen schnell zu einer schlechteren Benotung führen, weil Sie deinen Prüfer/deine Prüferin verwirren und zudem die Struktur deiner Arbeit infrage stellen können.

Das A und O – die richtigen Seitenzahlen

Selbstverständlich sollten daher alle deine Kapitel und Unterkapitel die richtigen Seitenzahlen aufweisen. Wie du dies am leichtesten hinbekommst? Ganz einfach – nutze dafür einfach den Tabulator auf den entsprechenden Seiten oder versehe den freien Platz auf der Seite horizontal mit Punkten.

Übrigens werden Verzeichnisse, Vorwörter sowie der Anhang häufig mithilfe römischer Zahlen gekennzeichnet. Dies ist jedoch nicht immer der Fall und sollte im Zweifel zuvor abgeklärt werden.

Generell kannst du dein Inhaltsverzeichnis relativ einfach mithilfe deines Textbearbeitungsprogramms anlegen. Dies ist besonders dann praktisch, wenn du – wie in den meisten Fällen – Überschriften und Seitenzahlen im Laufe des Schreibprozesses anpasst. Um alle formellen Kriterien zu erfüllen, sollten zudem die Gliederungsnummern deiner einzelnen Kapitel sowie die ersten Buchstaben deiner Kapitelüberschriften stets eine Ebene (also eine Linie) haben. Du solltest beide daher immer passend einrücken und diese an vertikalen Fluchtlinien orientieren, was Word allerdings automatisch für dich macht.

Vorwörter, Verzeichnisse und Anhänge im Inhaltsverzeichnis

Werden Vorwörter, Abstracts und Anhänge eigentlich auch im Inhaltsverzeichnis angelegt? Eine ziemlich wichtige Frage, die wir mit einem erklärungsbedürftigen „Jein“ beantworten können. Denn die oben genannten Dokumente werden zwar in das Inhaltsverzeichnis deiner wissenschaftlichen Arbeit aufgenommen (selbstverständlich mit Seitenzahl), allerdings zumeist ohne weitere Nummerierung oder Klassifikationsnummer.

Die Eidesstattliche Erklärung kann – je nach Hochschule – im Inhaltsverzeichnis auftauchen – oder auch nicht. Dies hängt von den vorgegebenen Angaben deiner Hochschule ab.

Auch kann es sein, dass du ein Abbildungsverzeichnis, ein Glossar oder Abkürzungsverzeichnis erstellen muss. In diesem Fall sieht die Gliederung wie folgt aus:

  • Inhaltsverzeichnis
  • Abbildungsverzeichnis
  • Tabellenverzeichnis
  • Abkürzungsverzeichnis
  • Glossar

Halte diese Reihenfolge auf jeden Fall ein!

Tipps für das Inhaltsverzeichnis

Wie anfangs bereits erwähnt, ist das Inhaltsverzeichnis nicht nur für deinen Prüfer/deine Prüferin von Bedeutung, sondern kann auch dir selbst eine wertvolle Stütze beim Verfassen deiner wissenschaftlichen Arbeit sein. Hier drei weitere Tipps, die dir die Erstellung deines Inhaltsverzeichnisses erleichtern:

Schreibe die erste Variante deines Inhaltsverzeichnisses, bevor du mit dem tatsächlichen Schreiben deiner Arbeit beginnst als Vorarbeit. Dies ist nicht nur die ideale Grundlage für dein späteres, finales Inhaltsverzeichnis, sondern hilft dir auch dabei, stets den Überblick zu behalten und deine Bachelor – oder Masterarbeit womöglich schneller abzuschließen.
Erstelle dein Inhaltsverzeichnis selbstständig, da es auf deinen eigenen Gedankenstrukturen basiert und dir das Schreiben deiner Arbeit im Nachhinein deutlich leichter fallen wird.
Du hast dein vorläufiges Inhaltsverzeichnis fertig geschrieben? Wunderbar – im nächsten Schritt solltest du dieses am besten gleich mit deinem Betreuer/deiner Betreuerin überfliegen, um festzustellen, an welchen Stellen unter Umständen noch Verbesserungsbedarf besteht.

Wir hoffen, dass dir unsere Tipps und Tricks zum Thema Inhaltsverzeichnis helfen konnten. Du möchtest mehr über verwandte Themen wie Literaturrecherche und Co. erfahren? Dann stöbere einmal in Ruhe durch unser vielseitiges Blog-Archiv – wir wünschen dir viel Spaß und viel Erfolg bei der Erstellung deiner wissenschaftlichen Arbeit!

Bleistiftzeichnung von Don Quijote

„Zu wissen, was man weiß, und zu wissen, was man tut, das ist Wissen.“

— Konfuzius

Bearbeitet am: März 31, 2021

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