Wissenschaftliches Arbeiten
Studium

Wissenschaftliches Arbeiten – Darauf solltest du achten + Tipps

Das wissenschaftliche Arbeiten: Studenten sind tagtäglich damit konfrontiert. In jeder Hausarbeit und jeder Seminararbeit im Studium muss wissenschaftlich gearbeitet werden. Es wird erwartet, dass Studenten es von Beginn an können, oder zumindest sehr schnell zu Beginn des Studiums lernen. Aber was heißt eigentlich, etwas muss wissenschaftlich bearbeitet sein? Und wie macht man das gut?

Wissenschaftliches Arbeiten heißt, dass man sich kritisch und ausführlich mit einem Thema oder einer Fragestellung auseinandersetzt. Das Grundprinzip dabei ist: Man sucht vorhandene Forschungsbefunde, betrachtet diese im Zusammenhang und versucht, neue Erkenntnisse oder Schlussfolgerungen aus dieser Betrachtung zu ziehen. Zusätzlich kann man auch noch eigene Forschungsbefunde zu den bekannten Befunden einfließen lassen, um seine Schlussfolgerungen zu untermauern oder zu widerlegen.

 Zentral dabei ist, dass man bestimmte Qualitätskriterien einhält:

  • Verwende bei der Recherche von Forschungsbefunden nur anerkannte, zuverlässige Quellen
  • Gliedere deine Arbeit nach den offiziellen Kriterien für wissenschaftliche Arbeiten
  • Stelle die gefundenen Forschungsbefunde objektiv und umfassend dar
  • Zitiere die Quellen in deiner Arbeit richtig

Sehen wir uns diese vier Punkte näher an.

Literaturrecherche

Das Um und Auf für die wissenschaftliche Arbeit stellt die Auswahl der richtigen Literaturquellen dar. Auf Basis dieser Literaturquellen sollst du dann die aktuelle Forschungslage umfassend darstellen und die Befunde miteinander in Beziehung setzen. Tatsächlich ist man in der heutigen Zeit mit einer Flut von Literaturquellen konfrontiert.

Internetquellen – Fluch oder Segen?

Besonders die Internetsuche ermöglicht heutzutage, auf Tausende Aussagen und Verweise zu einem bestimmten Thema zu stoßen. Es sollte jedoch selbsterklärend sein, dass nicht jede x-beliebige Information aus dem Internet in eine wissenschaftliche Arbeit aufgenommen werden kann. Jeder Mensch kann Informationen in das Internet stellen, ohne jegliche Prüfung auf Seriosität oder Wahrheitsgehalt. Solche Quellen sind für wissenschaftliche Arbeiten tabu.

Dir muss also klar sein, dass du die Literatur für deine Arbeiten nicht mit Google, DuckDuckGo oder Amazon finden wirst. Die besten Quellen sind Zeitschriftenartikel aus facheinschlägigen Journalen. Diese findest du über die Zeitschriftendatenbanken der Uni-Bibliotheken.

Artikel aus Fachjournalen zu verwenden, hat mehrere Vorteile. Die Artikel von guten Fachjournalen unterliegen einem Peer-Review Prozess. Das heißt, bevor der Beitrag in der Zeitschrift veröffentlicht wird, wird er von Experten und Expertinnen auf seine Aussagekraft geprüft. Wenn du Artikel aus solchen Fachjournalen heranziehst, bist du am aktuellsten Stand der Forschung und kannst dich auf die Aussagekraft der Artikel verlassen.

Zeitschriftenartikel können in manchen Aspekten auch Fachbücher übertreffen. Fachbücher können oft mehrere Jahre alt sein und aktuelle Forschungsbefunde noch nicht berücksichtigen. Bei der Recherche von Literatur sollte dein Hauptaugenmerk also auf den Zeitschriftendatenbanken der Universitäten liegen.

Wenn du dir nicht sicher bist, ob ein Artikel bzw. eine Zeitschrift, gut ist, solltest du folgende Aspekte prüfen: Ist der Artikel peer-reviewed? Ist der Artikel aktuell, also nicht älter als fünf Jahre? Ist mindestens ein Autor des Artikels eine anerkannte Persönlichkeit im Forschungsfeld? Wenn du diese Fragen mit „ja“ beantwortest, ist der Artikel gut für deine Arbeit brauchbar.

Plane für die Literaturrecherche und Aufarbeitung mehrere Tage ein! Mach dir jedenfalls beim Lesen Notizen, Verweise, Markierungen, um den Überblick nicht zu verlieren.

Gliederung der Arbeit nach offiziellen Kriterien für wissenschaftliche Arbeiten

Eine gute wissenschaftliche Arbeit steht und fällt mit der Gliederung und dem damit verbundenen Aufbau. Die Arbeit muss so gegliedert sein, dass auch fachfremde Leser in der Lage sind, die Struktur zu verstehen, den Aufbau und die Argumentation nachzuvollziehen und die Inhalte zu verstehen. Damit das gelingen kann, sind wissenschaftliche Arbeiten immer nach folgendem Prinzip gestaltet:

Einleitung

Die Einleitung deines Textes besteht aus einer Zielbeschreibung für die Arbeit, einer Einführung in das Thema und der Beschreibung des Aufbaus deiner wissenschaftlichen Arbeit. Die Länge der Einleitung macht ungefähr 10 – 15 Prozent des Umfangs deines Textes aus. Schreibe die Einleitung erst, nachdem du die Literaturrecherche abgeschlossen hast.

Hauptteil

Im Hauptteil deiner wissenschaftlichen Arbeit entwickelst du Antworten auf deine Fragestellung, indem du:

  • dein Thema eingegrenzt sowie Fachbegriffe erläuterst
  • deine Literaturrecherche darstellst und Befunde zusammenführst
  • ggf. Forschungsmethoden verwendest

Die Länge des Hauptteils beträgt ungefähr 70 – 80 Prozent des Umfangs deines Textes. Der Hauptteil sollte ganz neutral bearbeitet werden.

Schluss

Im Schlussteil fasst du deine wichtigsten Erkenntnisse zusammen und inwieweit deine Schlussfolgerungen aus der Literaturzusammenführung und deinen eigenen Forschungsarbeiten ein schlüssiges Bild ergeben. Hier ist nun auch Platz für persönliche Bemerkungen und Bewertungen. Im Schluss hat man Platz, um seine persönliche Meinung einfließen zu lassen. Der Schluss besteht aus ungefähr 10 – 15 % des Umfangs deines Textes.

Literaturverzeichnis

Im Literaturverzeichnis listest du alle Quellen auf, die du in der wissenschaftlichen Arbeit zitiert und verwendet hast. Achte darauf, dass du im gesamten Text eine einheitliche Zitierweise verwendest.

Objektive und neutrale Darstellung

In einer wissenschaftlichen Arbeit ist kein Platz für persönliche Neigungen, Haltungen oder Vermutungen. Als Autor*in einer wissenschaftlichen Arbeit bist du zur Objektivität verpflichtet. Das heißt, die Arbeit baut auf wissenschaftlich fundierten und logisch begründeten Inhalten auf, die du recherchiert hast – und nicht auf deiner persönlichen Einschätzung.

Du solltest daher keine Formulierungen in der Ich-Form vornehmen, dies bleibt dir nur für den Schlussteil vorbehalten. Übrigens heißt das nicht, dass wissenschaftliche Arbeiten langweilig sein müssen. Nur weil du die Inhalte neutral formulieren sollst, darfst du durchaus mit ruhigem Gewissen rhetorische Feinheiten einbauen, um den Leser zu motivieren.

Quellenangaben

Beim Niederschreiben deiner Arbeit musst du alle Ideen und Aussagen, die du aus der Literatur herausarbeitest, kennzeichnen – also die Quelle angeben, aus der du die Aussage hast. Dieses Kennzeichnen nennt man Zitieren. Dabei spielt es keine Rolle, ob du Inhalte wörtlich oder sinngemäß übernimmst. Beide Formen von Zitaten musst du mit einer Quelle belegen.

Durch die Quellenangabe kann der Leser eindeutig nachprüfen, woher die Aussage kommt. Wenn die Aussagen, die du aus der Literatur übernimmst, nicht belegt werden, entspricht das einem Plagiat. Und Plagiate werden als Diebstahl geistigen Eigentums verstanden. Richtig wissenschaftlich Arbeiten geht also nur über richtiges Zitieren.

Du brauchst aber nicht in ständiger Angst leben, deine Arbeit könnte ein Plagiat sein: Wenn du sorgfältig recherchierst und dokumentierst, hast du bereits den wichtigsten Schritt getan, um ein Plagiat zu vermeiden. Du kannst dich auch nochmals versichern, indem du deine Arbeit vor Abgabe beim Professor durch einen Plagiatsscan schickst.

Wissenschaftliches Arbeiten folgt klaren Regeln. Wenn du dich an den Regeln orientierst und weißt, worauf es ankommt, wird es dir viel leichter fallen, wissenschaftlich zu arbeiten. Denk daran, dass wissenschaftliches Arbeiten ausreichend Zeit braucht, damit man ein Thema gründlich aufarbeiten kann und dass man mit Übung zum Meister werden kann.

FAQs:

Bearbeitet am: April 7, 2021

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