Empfehlungsschreiben
Karriere

Empfehlungsschreiben: Aufbau, Tipps und Vorlage

Das Empfehlungsschreiben. Ein Geheimtipp jeder Bewerbung. Wir zeigen dir, wie du ein solches bekommen kannst und worauf du achten solltest.

Was ist ein Empfehlungsschreiben

In den USA und Südeuropa sind Empfehlungsschreiben schon lange üblich und auch in Deutschland wird immer öfter Wert daraufgelegt. Ein Empfehlungsschreiben kann dir dabei helfen, deinen Traumjob zu ergattern. In deiner Bewerbung wirst du positiv auffallen, wenn du ein- oder mehrere Empfehlungsschreiben beilegst. Für ein Stipendium ist es sogar Pflicht. In einem Empfehlungsschreiben werden deine Stärken und Fähigkeiten von deinem ehemaligen Arbeitgeber positiv hervorgehoben. Das Ziel dabei ist es, zu zeigen, warum du aus persönlicher Sicht für die Position, auf die du dich bewirbst, geeignet bist. Vor allem als Freiberufler, Student oder Berufseinsteiger profitierst du von einem Empfehlungsschreiben. Denn bei allen genannten Lebensabschnitten kannst du in der Regel kein Arbeitszeugnis vorweisen. Deshalb kann das Empfehlungsschreiben deine Bewerbung positiv beeinflussen.

Wo ist der Unterschied zu einer Referenz?

Oft wird das Empfehlungsschreiben mit dem Referenzschreiben gleichgesetzt. Das ist im Grunde auch richtig, da beide Schreiben von einer empfehlenden Person aufgesetzt werden und für eine andere Person ausgestellt werden, um die gute Leitung und Persönlichkeit positiv hervorzuheben.

Das Empfehlungsschreiben und das Referenzschreiben unterscheiden sich im Aufbau, den Formulierungen, dem Inhalt und dem Zweck fast gar nicht.

Der eigentliche Unterschied ist, dass das Empfehlungsschreiben an einen konkreten Empfänger gerichtet ist und das Referenzschreiben hingegen eher unspezifisch und allgemein formuliert wird.

Beide Formen sind gerne gesehen, Arbeitgeber sind aber nicht verpflichtet diese auszustellen. Es gibt keinen gesetzlichen Anspruch auf ein Empfehlungsschreiben.

Das gute am Empfehlungsschreiben ist auch, dass es sehr frei formuliert werden kann. Das Arbeitszeugnis hingegen hat strenge gesetzliche Auflagen.

Wer braucht ein Empfehlungsschreiben?

Aber brauche ich überhaupt ein Empfehlungsschreiben? Das kommt immer ganz darauf, was dein potenzieller Arbeitgeber will. Meistens kannst du schon aus der Stellenanzeige herausfinden, ob der potenzielle Arbeitgeber ein Empfehlungsschreiben wünscht oder nicht. Vor allem als Student, nach deinem Bachelor- oder Master-Abschluss, solltest du deine Dozenten oder Professoren bitten, ein Empfehlungsschreiben auszustellen. Des Weiteren werden Empfehlungsschreiben bei folgenden Funktionen oft eingesetzt:

Für ein Praktikum
Für ein Stipendium
Bei einer Bewerbung als Führungskraft
Bei einer Zulassung zu einem Studium an einer privaten Hochschule
Freiberufler als Referenz
Bei einer Beförderung
Bei einem zulassungsbeschränkten Studiengang
Bei der Zulassung zur Promotion
Bei einer Zulassung zum Master-Studiengang

Am meisten eignen sich Empfehlungsschreiben für Berufseinsteiger, denn als Berufseinsteiger besitzt du in der Regel kaum Arbeitszeugnisse. Mit einem professionellen Empfehlungsschreiben kannst du deinen Lebenslauf deutlich verbessern und deine Stärken hervorheben.

Außerdem sind Empfehlungsschreiben auch gut für Bewerber, die sich für eine Beförderung oder Führungsposition bewerben wollen.

In erster Linie profitieren aber Praktikanten, Studenten und Freiberufler. Vor allem für Freiberufler lohnt sich das Empfehlungsschreiben, da sie keinen Anspruch auf ein Arbeitszeugnis haben, weil sie nicht festgestellt in einem Unternehmen arbeiten.

Wer kann ein Empfehlungsschreiben ausstellen?

Theoretisch kann jeder, mit dem du zusammengearbeitet hast, ein Empfehlungsschreiben aufsetzen. Das heißt, Empfehlungsschreiben können von deinem Dozenten oder Professor, Vorgesetzten, Kunden, Kollegen oder sogar Freunden und Verwandten geschrieben werden. Aber natürlich hat jeder einen anderen Rang und gibt damit dem Empfehlungsschreiben eine andere Bedeutung.

Deshalb solltest du dir auch genau überlegen, wen du darum bittest deine Empfehlung zu schreiben.

Von Vorteil und am meisten punktest du auf jeden Fall, wenn dir Führungskräfte, Abteilungsleiter oder Geschäftsführer eine Empfehlung schreiben. Denn sie gelten als erfahren und objektiv.

Doch Achtung: Dein Empfehlungsschreiben kann auch negative Auswirkungen auf deine Bewerbung haben. Sobald das Schreiben zu viele Schmeicheleien enthält und übertrieben wirkt, bringt es dir gar nichts mehr.  

Als schlecht wirkt dein Empfehlungsschreiben, wenn:

  • das Schreiben voller Floskeln ist
  • Aussagen enthalten sind, die nicht stimmen können
  • Wenn es wie eine Gefälligkeit rüberkommt
  • Es ein schlecht beleumundeter Gutachter verfasst.

Formale Anforderungen an Empfehlungsschreiben

Anders als im Arbeitszeugnis, wird das Empfehlungsschreiben in der Ich-Form verfasst. Es ist zudem eine persönliche Einschätzung des Beurteilers und darf durchaus persönlich und emotional geschrieben werden. Es geht also im Großen und Ganzen nicht um eine Tätigkeitsbeschreibung, sondern viel mehr um deine persönlichen Fähigkeiten, deinen Charakter und deine Fachkenntnisse. Das Empfehlungsschreiben sollte nicht länger als eine DINA-A4-Seite sein und am besten auf Firmenpapier gedruckt werden. Natürlich sollte es auch keinerlei Rechtschreib- und Grammatikfehlern haben. Achte darauf, dass du nicht zu viel Lob erhältst, damit das Schreiben nicht unglaubwürdig rüberkommt. Besser ist es, weniger Aufzählungen, dafür aber tiefere und persönlichere Sätze einzubauen.

Wie frage ich nach einem Empfehlungsschreiben?

Das Empfehlungsschreiben ist keine Pflicht, deshalb musst du aktiv darum bitten. Je nach dem für was du ein Empfehlungsschreiben brauchst, gibt es verschiedene Wege nach der Empfehlung zu fragen.

Das Empfehlungsschreiben an der Uni

Die Professoren sind es schon gewohnt nach einer Empfehlung gefragt zu werden. Achte aber darauf einen Professor oder Dozenten auszuwählen, den du persönlich kennst und den du schätzt, damit dein Schreiben positiv ausfällt.

So fragst du deinen Professor oder Dozenten

  • Achte auf den richtigen Zeitpunkt. Vereinbare einen Termin oder schreibe ihm oder ihr eine E-Mail zur Terminvereinbarung.
  • Erkläre deinem Professor genau was du brauchst. Empfehlungsschreiben können ganz unterschiedlich aufgebaut sein, je nach dem für was es eingesetzt wird.
  • Bestimme deine Ziele. Erkläre deinem Professor was dein Ziel ist, wo du hinmöchtest und was dir wichtig ist. Damit kann er dein Empfehlungsschreiben zu deinem Vorteil anpassen.
  • Bringe deinem Professor alle benötigten Unterlagen.
  • Habe dein Zeitmanagement im Blick. Denn Professoren haben viel zu tun. Plane so viel Zeit ein, dass du die Empfehlung nicht auf Druck verlangen musst.

So fragst du deinen Chef

  • Achte darauf, dass deine Leistung stimmt und du diese auch an Beispielen belegen kannst.
  • Vereinbare einen persönlichen Termin mit deinem Chef.
  • Überlege dir, warum du ein Empfehlungsschreiben willst und begründe deine Anfrage.

Das Empfehlungsschreiben als Freiberufler

Als Freiberufler hast du meistens keinen direkten Chef, sondern Kunden. Du solltest dir also namenhafte Kunden aus der Branche, für die du das Empfehlungsschreiben brauchst suchen und diese nach einer Empfehlung fragen.

  • Solltest du lob von einem oder mehreren deiner Kunden erhalten, halte dieses schriftlich fest und frage bei den Kunden nach, ob du das Dokument verwenden darfst.
  • Solltest du schriftlich eine Empfehlung von deinen Kunden erhalten, frage, ob du es mit dem Firmen Logo erhalten kannst. Das erhöht die Glaubwürdigkeit
  • Gehe auf deine Kunden zu und hake bei dem Kunden nach, ob er mit deinem Projekt zufrieden ist.

Häufig gestellte Fragen

Bearbeitet am: März 31, 2021

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