APA Literaturverzeichnis
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APA Literaturverzeichnis – Richtlinien, Aufbau und Beispiele

Das APA Literaturverzeichnis. So ein Literaturverzeichnis schreibt sich – normalerweise – nicht von selbst. Auch wenn es heute einige technische Hilfsmittel wie beispielsweise Zitationsprogramme gibt, solltest du gewisse Grundlagen zu diesem Thema trotzdem beherrschen. Wir werfen an dieser Stelle für dich einen genaueren Blick auf den bekannten APA-Style der American Psychology Association, der in vielen Fachrichtungen Anwendung findet.

Grundregeln für ein APA-Literaturverzeichnis

Das Literaturverzeichnis befindet sich ganz am Ende deiner Bachelorarbeit oder Masterarbeit, aber noch vor dem Anhang. Aufgenommen werden alle Quellen, die du direkt oder indirekt zitierst. Die Werke werden in alphabetischer Ordnung nach dem Nachnamen der Verfassenden gelistet.

Die Angaben im Literaturverzeichnis sollen laut APA-Einführung vier Fragen beantworten:

  1. Wer ist für das Werk verantwortlich?
  2. Wann wurde es veröffentlicht?
  3. Wie heißt das Werk?
  4. Wo kann ich es finden?

Besonders wichtig ist dabei eine einheitliche Darstellungsform. Auch, wenn bestimmte Studien beispielsweise auf ihrer eigenen Titelseite eine bestimmte Zitation empfehlen, solltest du diese nur zur Identifikation der Elemente nutzen und ansonsten einheitlich auf den APA-Style zurückgreifen. Hinter den einzelnen Elementen der Literaturangabe werden Punkte gesetzt, mehrteilige Elemente wie zum Beispiel mehrere Autor*innen werden mit Kommata abgegrenzt.

Autoren angeben nach APA          

Nach APA-Angaben handelt es sich bei den Autor*innen um die Person(en), die für das Werk verantwortlich sind. Das können Einzelpersonen, aber auch mehrere Menschen, Institutionen und Organisationen sein. Als erstes gibst du den Nachnamen eines Autoren an, dann setzt du ein Komma und gibst den ersten Buchstaben des Vornamens mit einem Punkt dahinter ein. Geben die Verfassenden selbst mehrere Vornamen an, kürzt du auch mehrere Vornamen ab: Für Hans Gerd Müller schreibst du also „Müller, H. G.“.

Bei zwei Autoren trennst du die beiden Angaben mit einem &-Zeichen. Das gilt auch für Verweise im Text, außer du bindest die Autorennamen in den Fließtext ein. Dann schreibst du beispielsweise „Müller und Meier (2020) stellen fest, …“. Bei mehr als zwei Autoren trennst du die Erstgenannten mit Kommata ab und nur den letzten mit dem &-Zeichen. Im Fließtext schreibst du dann „Nachname1 et al., Jahreszahl“.

Die notwendigen Informationen findest du im Normalfall auf der Titelseite eines Werkes. Hiernach kannst du auch entscheiden, ob du beispielsweise Material von Regierungsorganisationen oder Non-Profit-Vereinen mit individuellen Autorennamen oder dem Organisationsnamen zitierst.

Organisationen wie beispielsweise Ministerien kürzt du im Literaturverzeichnis nicht ab, du setzt aber einen Punkt hinter den Organisationsnamen. Im Fließtext darfst du das „Bundesministerium für Bildung und Forschung“ zwar mit „BMBF“ abkürzen, nicht aber im Literaturverzeichnis.

Fehlende Informationen

Üblicherweise benötigst du für eine Angabe im Literaturverzeichnis laut APA den Namen des Autors, das Jahr beziehungsweise Datum, den Titel sowie die Quelle des Werkes. Gelegentlich kommt es dennoch vor, dass dir Angaben für eine vollständige Zitation fehlen. Dafür bietet die APA aber handhabbare Lösungen an.

Unter den Autoren verstehen wir die Verfasser des Werkes. Dabei kann es sich auch um Institutionen, Ministerien, Medienunternehmen und Ähnliches handeln. Wenn du allerdings absolut keinen Autor finden kannst, wird der Titel des Werkes an die Stelle des Autors gesetzt. Im Literaturverzeichnis ergibt sich dann die Struktur „Titel. (Jahr). Quelle“, im Fließtext gibst du „(Titel, Jahr)“ bzw. „Titel (Jahr)“ an.

Gibt es kein Veröffentlichungsdatum, gibst du in der englischen Sprache „n.d.“ für „no date“ an. Verfasst du deine Arbeit auf Deutsch, schreibst du „o. D.“ für „ohne Datum“ oder „o. J.“ für „ohne Jahr“. Diese Abkürzung taucht dann auch in den Klammern der Verweise im Text auf. Solltest Du keinen Titel identifizieren können, beschreibst du das Werk in eckigen Klammern.

Diese Regeln lassen sich auch kombinieren: Fehlen dir beispielsweise Titel und Autor, ersetzt die Beschreibung in den eckigen Klammern den Autor, du gehst dann damit im Text um wie oben beschrieben für den Fall des fehlenden Autors. Wichtig ist dann nur, dass du die Beschreibung immer in eckige Klammern setzt, egal ob im Text oder im Literaturverzeichnis. Auch Kombinationen aus „[Beschreibung]. (o. D.)“ und so weiter sind denkbar.

Gibt es allerdings keine Quelle, also kein Buch, keine Zeitung, keine URL usw., wird das Material tendenziell nicht ins Literaturverzeichnis aufgenommen. Für welche Ausnahmen das der Fall ist, erfährst du im nächsten Kapitel.

Ausnahmen Literaturverzeichnis

Die APA beschreibt vier Fälle, in denen Quellen nicht in das Literaturverzeichnis aufgenommen werden. Konkret geht es dabei um Folgendes:

Persönliche Kommunikation: Das Literaturverzeichnis dient bekanntlich dazu, deinen Leser*innen das Nachverfolgen deiner Quellen zu ermöglichen. Da sie auf private Gespräche, beispielsweise in Telefonaten oder Mails, keinen Zugriff haben, tauchen diese Quellen auch nicht im Literaturverzeichnis auf. Im Text darfst du sie aber trotzdem zitieren, dann schreibst du den Hinweis „persönliche Kommunikation“ in den Verweis. Beispiel: „Wie Hänschen Klein (persönliche Kommunikation, 4. April 2021) erwähnte,…“
Übergreifende Nennungen ganzer Websites (z.B. Wikipedia – die ganze Enzyklopädie), ganzer Zeitschriften (z.B. Stern) oder Software (z.B. WORD) brauchen weder im Text noch im Literaturverzeichnis einen Hinweis. Sie gelten als bekannt. Beachte aber, dass das wirklich nur für das ganze Werk gilt. Einzelne Artikel, auch aus den genannten Beispielen, müssten erwähnt werden.
Ganz bestimmte historische Quellen, sogenannte Epigrafien, werden nur aufgegriffen, wenn sie in einem „richtigen“ Buch oder Journal veröffentlicht wurden, auf das du dich beziehst.
Die Aussagen von Studienteilnehmer*innen deiner eigenen Untersuchung werden nicht einzeln im Literaturverzeichnis aufgegriffen. Du darfst sie im Text zwar zitieren (gerade bei qualitativen Studien ist das auch üblich), achte aber auf das Schützen der Anonymität!

Für Meta-Studien gibt es darüber hinaus auch noch Sonderregeln. Diese sind aber so speziell (und die Entscheidung obliegt im Endeffekt auch den Verfassenden), dass darauf nicht weiter eingegangen werden soll.

Schauen wir uns stattdessen lieber an, wie bestimmte Quellen konkret im APA-Literaturverzeichnis dargestellt werden.

Beispiel Literaturverzeichnis

Die Angaben im APA-Literaturverzeichnis sind in Abhängigkeit vom Quellentyp aufgebaut. Für die am häufigsten genutzten Formen geben wir dir hier einige Beispiele an die Hand.

Bücher und Zeitschriften

Monografien beziehungsweise „ganze Bücher“ greifst du mit dem Namen der Verfasser*innen, dem Erscheinungsjahr, dem Titel, dem Verlag sowie (wenn vorhanden) der DOI-Nummer auf. Nicht erwähnt wird dagegen der Erscheinungsort. Wenn es sich um eine andere als die erste Auflage handelt, kommt dieser Verweis in Klammern direkt hinter den Titel noch vor den Punkt, nicht kursiv geschrieben. All das gilt auch für Bücher, auf die du als E-Book zugreifst.

Götz-Votteler, K. & Hespers, S. (2019). Alternative Wirklichkeiten? transcript-Verlag. https://doi.org/10.14361/9783839447178 

Aufsätze in Sammelbänden benötigen darüber hinaus Angaben zum Sammelband selbst, wie die Namen der Herausgeber und die Seitenzahlen. Der Titel des Sammelbandes wird hier kursiv geschrieben.

Esfeld, M. (2018). Wissenschaft, Erkenntnis und ihre Grenzen. In C. Könneker (Hrsg.), Fake oder Fakt? Wissenschaft, Wahrheit und Vertrauen (S. 13–32). Springer.

Artikel aus Fachjournalen werden mit Angabe des Journalnamens, Volume (Jahrgang), Issue (Heftnummer) und Seitenzahl angegeben. Wenn vorhanden, kannst du auch hier eine DOI-Nummer am Ende angeben. Vor den Seitenzahlen steht hier kein „S.“, der Magazinname sowie der Jahrgang des Magazins werden kursiv gesetzt.

Figenschou, T. U., & Ihlebæk, K. A. (2018). Challenging Journalistic Authority. Journalism Studies, 20(9), 1221–1237.

Online-Quellen

Bei Online-Quellen gibst du vor allem Artikel, Beiträge und Unterseiten größerer Homepages an.

Groll, T., & Schneider, J. (18. Februar 2019). Was steckt hinter dem Framing-Gutachten der ARD? ZEIT ONLINE. https://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2019-02/ard-framing-gutachten-oeffentlich-rechtlicher-rundfunk-glaubwuerdigkeit-faq#warum-gibt-es-kritik-an-dem-papier.

Ein Abrufdatum gibst du hier nur an, wenn die Seite sich regelmäßig ändert. Statt des Datums schreibst du in diesem Fall das oben erwähnte „o. D.“, das Abrufdatum wird zwischen Seitenname und URL eingefügt.

World Health Organization (o. D.). Situation by Country, Territory & Area. WHO Coronavirus (COVID-19) Dashboard. Zugriff am 18. März 2021 über 
https://covid19.who.int/table

FAQ

Bearbeitet am: März 29, 2021

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