Was ist BWL
BWL

Was ist BWL? Alle Informationen zur Betriebswirtschaftslehre

BWL – Gehört hat diese Abkürzung wohl jeder schon einmal. Hartnäckig hält sich das Vorurteil, dass ein BWL-Studium die letzte Option aller Planlosen sei. Tatsächlich bietet es aber eine Vielzahl von Möglichkeiten. Hier findest du eine Definition sowie alles zu den Inhalten des BWL-Studiums. Wir erklären dir, was „Betriebswirtschaftslehre“ bedeutet!

Inhalte des BWL-Studiums

Im ersten Teil des Studiums gilt es zunächst einen Überblick über das komplexe Feld der Betriebswirtschaftslehre zu gewinnen. Als Studierende widmet ihr euch deshalb als erstes den verschiedenen Steuerungselementen der Unternehmensführung, zum Beispiel der Produktion, dem Vertrieb, dem Marketing und dem Personalwesen. Dazu gehören auch Themen wie die Buchführung: BWLer*innen lernen unter anderem, wie ein Jahresabschluss erstellt wird.

Dafür braucht es auch mathematisches und statistisches Handwerkszeug, das ebenfalls in den ersten Semestern vermittelt wird. Gemischt mit einigen juristischen Elementen und Grundlagen der Volkswirtschaftslehre oder auch der Psychologie ergibt sich so eine bunte Mischung. Dieser Mix ist wohl für den zweifelhaften Notnagel-Ruf des Studiengangs mitverantwortlich, dennoch macht gerade die Vielseitigkeit auch dessen Reiz aus. Studierende stoßen auf neue Fachgebiete, entwickeln Leidenschaft für Teilgebiete und erproben ihre Fähigkeiten im Rahmen von Praxisphasen, Fallstudien und Projektarbeiten.

Im weiteren Verlauf erfolgt an vielen Hochschulen eine Spezialisierung, die Studierenden wählen Schwerpunkte und Themenfelder auch im Hinblick auf ihre Abschlussarbeit. Die Bachelorthesis wird dann häufig in Kooperation mit Unternehmen geschrieben und behandelt Themen wie Produktdesign und -entwicklung, die strategische Ausrichtung der Firma, Werbung und neue Kommunikationskanäle oder Qualitätsmanagement. Auch interne Prozesse wie die Mitarbeiterführung oder externe Zielgruppen wie Investoren können unter die wissenschaftliche Lupe genommen werden.

BWL, VWL, Management und Wirtschaft – was hat es damit auf sich?

Ganz allgemein lässt sich formulieren, dass die Betriebswirtschaftslehre (BWL) die Lehre von der Organisation, Steuerung und Führung von Unternehmen umfasst. Eng damit verknüpft ist die Volkswirtschaftslehre (VWL, auch Nationalökonomie oder Sozialökonomie). Statt einzelne Unternehmen zu untersuchen, befasst sie sich mit der Erzeugung und Verteilung von Gütern und Produktionsfaktoren sowie deren Zusammenhängen. Dementsprechend stellen hier ganze Staaten oder Wirtschaftssysteme den Untersuchungsrahmen dar.

Die Wirtschaftswissenschaften bilden gewissermaßen das Dach über der BWL und der VWL. In der Konsequenz bedeutet das: Wer Wirtschaftswissenschaften studiert, erlernt wichtige Basics beider Fächer. 

Bei deiner Studiengangsrecherche ist allerdings Vorsicht geboten, denn manche Hochschulen verwenden die Begriffe Wirtschaftswissenschaften und BWL synonym. So mühselig das Durchforsten unzähliger Institutsseiten auch ist, so wichtig ist ein gründliches Auseinandersetzen mit den Studieninhalten für die ideale Wahl deines weiteren Weges. Das zeigt sich auch am Beispiel von Management-Studiengängen. Diese haben oft viele Schnittstellen zur klassischen BWL, doch liegt hierbei ein wesentlicher Schwerpunkt auf der Ausbildung angehender Führungskräfte.

BWL und VWL: Unterschiede und Gemeinsamkeiten auf einen Blick

Als Teildisziplinen der Wirtschaftswissenschaft weisen BWL und VWL naturgemäß einige Gemeinsamkeiten auf. Rein inhaltlich beschäftigen sich beide Bereiche mit dem Thema Wirtschaft, Absolvent*innen beider Studiengänge arbeiten später oft im Management. Auch strukturell sind beide Studiengänge ähnlich aufgebaut: Es gibt Bachelor- und Masterabschlüsse sowie die Möglichkeit, im jeweiligen Feld zu forschen und zu promovieren. Eine weitere Analogie ist, dass in beiden Studiengängen auch Soft Skills wie Rhetorik gefördert werden.

Für dich und deine Studiengangssuche ist aber vermutlich die Abgrenzung der beiden Fächer noch relevanter. Deshalb haben wir hier die speziellen Inhalte noch einmal gegenübergestellt. 

Betriebswirtschaftslehre

  • Fokus: Unternehmen und Betriebe, Organisation, Steuerung und Führung
  • Studieninhalte: erst wirtschaftswissenschaftliche Grundlagen, später Spezialisierungen
  • Mögliche Spezialisierungen (Auswahl):
    • Marketing
    • Produktion, Produktentwicklung und Logistik
    • Controlling und Buchhaltung
    • Unternehmensführung
    • Personalmanagement
  • Typische Fragestellungen:
    • Wie stelle ich meine Logistik ideal auf?
    • Wie muss ich meine Ressourcen einsetzen, damit mein Unternehmen wächst?
    • Wie rekrutiere ich fachkundiges Personal und wie unterstütze ich die Entwicklung meiner Mitarbeitenden am besten?
  • Schnittstellen: Arbeits- und Organisationspsychologie, Wirtschaftsrecht 

Volkswirtschaftslehre

  • Fokus: Wirtschaftssysteme und grundlegende Zusammenhänge
  • Studieninhalte: Mikroökonomie (Perspektive auf Einzelunternehmen) und Makroökonomie (Gesamtwirtschaftliche Entwicklungen)
  • Typische Fragestellungen:
    • Wieso entwickeln sich (Benzin-)Preise so, wie sie es?
    • Wie entstand die Weltwirtschaftskrise?
    • Welche Auswirkung hat die Einführung von Mindestlöhnen?
  • Schnittstellen: (Wirtschafts-) Soziologie, Politikwissenschaft, (Wirtschafts-) Psychologie, (Wirtschaft-) Recht

Welches Studium passt zu mir?

An dieser Stelle ist dir bestimmt klar, dass wir dir die Wahl deines Studiengangs keinesfalls abnehmen können oder möchten. Was wir aber tun können, ist, dir einige Leitfragen an die Hand zu geben, mit denen du in einem Entscheidungsprozess bestimmt einen Schritt weiterkommst.

1. Interessierst du dich für Wirtschaft, für die Zahlen wie auch für die Menschen im Wirtschaftssystem?

Wenn Du darauf mit „Ja“ antwortest, bist du immerhin schon mal im richtigen Feld gelandet. Gerade, wenn diese Vielschichtigkeit dir zusagt, könnte der Studiengang „Wirtschaftswissenschaften“ zu dir passen. 

2. Möchtest du dich dem Thema Wirtschaft eher aus einer betrieblichen oder einer gesamtwirtschaftlichen Ebene nähern?

Wer sich gern mit den ganz großen Zusammenhängen auseinandersetzt, orientiert sich in seinem Studium tendenziell in Richtung VWL. Themen wie der nationale und internationale Finanzmarkt, Versicherungspolitik oder wirtschaftliche Gesetzmäßigkeiten und ihr Einfluss auf die Gesellschaft warten hier auf dich. Die Betriebswirtschaftslehre nimmt dagegen eine unternehmenszentrierte Perspektive ein. 

Allerdings sollte an dieser Stelle noch einmal erwähnt werden, dass du mit der Wahl von Vertiefungen und Themenschwerpunkten die Ausrichtung deines Studiums beeinflussen kannst. Solltest du also im Laufe der Einführungsveranstaltungen feststellen, dass dir der andere Bereich doch besser gefällt, hast du auch innerhalb eines Studiengangs noch diverse Gestaltungsmöglichkeiten.

3. Weißt du schon genau, wohin es dich beruflich einmal verschlagen soll?

Solltest du jetzt „Nein“ sagen, ist das überhaupt kein Problem. Verfall bitte nicht in Panik wegen dieser Frage, denn das geht sehr vielen Menschen am Ende ihrer Schulausbildung so. Falls du aber doch schon einen genauen Plan hast, gilt Folgendes: Je konkreter deine Jobvorstellungen (und natürlich auch deine persönlichen Interessen) sind, desto spezialisierter kann auch dein Studium ausfallen. Denn neben BWL, VWL und Wirtschaftswissenschaften gibt es eine ganze Reihe weiterer Studiengänge, die Studierende zu Experten ihres Faches machen – allerdings handelt es sich hierbei oft um Masterstudiengänge. 

Es schadet sicher nicht, sich bei einem bestimmten Jobziel die Zulassungsvoraussetzungen für den jeweiligen Master bereits vorab einmal anzuschauen, Grundlage der allermeisten Master in diesem Feld ist aber ein klassisches BWL-, VWL-Studium oder Wirtschaftsstudium.

Für ein besseres Bild davon, wie eine solche Spezialisierung aussehen könnte, haben wir hier eine kleine Liste möglicher Ausrichtungen zusammengestellt:

  • Dienstleistungsmanagement
  • Digital Business Management
  • International Business
  • Corporate Communications Management
  • Unternehmensführung
  • Mittelstandsmanagement
  • Projektmanagement
  • Technische Betriebswirtschaft
  • Unternehmensberatung

Aber wie bereits erwähnt, hast du auch im Laufe deine allgemeineren BWL-, VWL- oder Wirtschaftsstudiums noch genügend Zeit und Möglichkeit, Schwerpunkte zu setzen und dein Profil zu schärfen. Wir wünschen viel Spaß dabei!

FAQ:

Bearbeitet am: April 7, 2021

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