BWL-Studium
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BWL-Studium – Inhalte, Ablauf, Erwartungen & Voraussetzungen

Betriebswirtschaftslehre ist einer der bekanntesten und beliebtesten Studiengänge in Deutschland – und das aus guten Gründen! Hier erfährst Du alles zu den Studieninhalten, den Abläufen, Voraussetzungen sowie den Karriereaussichten.

Allgemeines zum BWL Studium

Die Betriebswirtschaftslehre befasst sich mit dem Wirtschaften in Unternehmen. Das Ziel im BWL-Studium ist demnach, langfristig die komplexen unternehmensinternen Abläufe und Systeme analysieren, planen und organisieren zu können.

Ganz allgemein lässt sich festhalten, dass das BWL-Studium Wirtschaftsgeneralisten ausbildet, die in nahezu jedem Unternehmen eingesetzt werden können. Denn praktisch jedes wirtschaftliche Unternehmen baut auf betriebswirtschaftlichen Grundsätzen auf und benötigt Fachkräfte, die an der Planung und Umsetzung von betrieblichen Entscheidungen mitwirken. 

Was beinhaltet ein BWL-Studium?

Die Studienhalte sind an den unterschiedlichen Hochschulen keinesfalls identisch. Einige Inhalte und Module werden jedoch an beinahe allen Standorten gelehrt. Dazu gehören 

Allgemeine Betriebswirtschaftslehre: Dieser Teil der BWL stellt allgemeine, branchen- und unternehmensübergreifende Überlegungen zu den Abläufen in wirtschaftenden Betrieben an.
Finanzierung und Investition: Hier geht es um das liebe Geld. Während Finanzierung fragt, wo das Kapital herkommen soll, bedeutet Investition das zielgerichtete Einsetzen monetärer Mittel.
Volkswirtschaftslehre: Die Schwesterdisziplin der BWL betrachtet Wirtschaftssysteme als Ganzes und sucht nach größeren Zusammenhängen, Beispielweise im Bereich Handel oder Bankenwesen.
Wirtschaftsmathematik und Statistik: Die Fächer Mathematik und Statistik sind dir zumindest in den Grundzügen aus der Schule bekannt. Hier werden deine Kenntnisse vertieft und für die BWL nutzbar gemacht.
Marketing: Dieser Unternehmensbereich setzt sich mit dem Management von Anspruchsgruppen auseinander, insbesondere mit Kunden.
Rechnungswesen: Auch hier geht es um Geld, allerdings liegt der Schwerpunkt im Rechnungswesen auf der Dokumentation und Kontrolle von Geld- und anderen Leistungsflüssen.
Lieferkettenmanagement (Supply Chain Management) & Logistik: Beide Bereiche befassen sich mit Objektflüssen, das SCM nimmt dabei eine breitere Perspektive ein. 

Mit Deiner Schwerpunktwahl hast Du darüber hinaus – meist ab dritten oder vierten Semester – die Möglichkeit, dein Studium zunehmend an deinen Interessen und Karriereplänen auszurichten. Mögliche Spezialisierungen sind zum Beispiel die Bank- und Finanzwirtschaft, Event- oder Tourismusmanagement, Internationales Management oder auch Taxes (Steuern). Diese Liste ließe sich nun nahezu unbegrenzt fortsetzen, denn die Wahlmöglichkeiten sind sehr unterschiedlich an den einzelnen Hochschulen. 

Schau dir die Modulangebote also ruhig schon vorab an und überleg, ob Du bereits ein bestimmtes Thema favorisierst. Das ist natürlich kein Muss und oftmals entwickeln sich Interessen auch während des Studiums oder während einzelner Seminare. Möglicherweise kann dir das Vertiefungsangebot aber bei der Entscheidung für oder gegen eine der unzähligen Hochschulen, an denen es den Studiengang BWL gibt, helfen.

Wie läuft das BWL-Studium ab?

Zu Studienbeginn erlernst Du vor allem wichtige Basics, auf die du später immer wieder zurückgreifen wirst. So wie du beim Führerschein auch erst Kuppeln und Lenken lernen musst, bevor es ans Einparken und Überholen geht, startest Du auch in der BWL zunächst mit Grundlagen der Wirtschaftsmathematik und der Statistik sowie Einführungsmodulen wie „Allgemeine BWL“. 

Während die ersten Semester also vor allem von allgemeineren Überblicksveranstaltungen zu den oben genannten Themen geprägt sind, kannst Du im weiteren Verlauf oftmals Vertiefungen wählen. Außerdem stehen an dieser Stelle oft Praxisprojekte, Gruppenarbeiten oder ganze Praxissemester an, in denen du dein Wissen direkt anwenden kannst.

Anschließend bietet das Masterstudium dann eine weitere Chance, dein berufliches Profil zu schärfen und die Kenntnisse Deines Fachgebiets zu vertiefen. Diese Studiengänge tragen dann nicht mehr unbedingt den Titel „Betriebswirtschaftslehre“, sondern klingen eher wie die Vertiefungs- und Schwerpunktmodule. Ein Master ist übrigens keineswegs Pflicht im Bereich BWL, allerdings vereinfacht er unter Umständen den Aufstieg in Führungspositionen und verspricht auch höhere Einstiegsgehälter.

Voraussetzungen für das BWL Studium

Um ein BWL-Studium antreten zu können, musst Du einerseits einige formale Kriterien erfüllen. Andererseits solltest du über gewisse Eigenschaften verfügen, um dich in diesem Studiengang auch wohlzufühlen und bestmöglich abschließen zu können. Wir haben beides für dich aufgelistet:

Zulassungsbeschränkungen

Um von einer Universität oder Hochschule überhaupt angenommen werden zu können, musst Du eine Hochschulzugangsberechtigung vorlegen können. Dies kann entweder die Allgemeine Hochschulreife sein, die du mit deinem Abitur erhältst, oder die Fachgebundene Hochschulreife (alias „das Fachabi“) oder einen vergleichbaren Schulabschluss. Auch bestimmte berufliche Qualifikationen können eine Zulassung zum BWL-Studium möglich machen, beispielsweise eine abgeschlossene Ausbildung und mehrjährige Berufserfahrung. Möglicherweise steht dann noch eine Eignungsprüfung an, aber diese Details entscheidet jede Hochschule für sich. Wenn Du in einer solchen Situation bist, kannst Du dich am besten direkt an die Hochschule(n) wenden.

Ähnlich unübersichtlich ist die Lage beim Thema NC. Festzuhalten ist, dass rund die Hälfte angebotenen BWL-Studiengänge einen Numerus Clausus hat. Die Werte hierfür liegen meistens zwischen 1,5 und 2,5. Im Umkehrschluss heißt das aber auch, dass Deine Abiturnote an einer Vielzahl von Hochschulen kein absolutes Ausschlusskriterium sein muss. Außerdem schwankt ein solcher NC gelegentlich in Abhängigkeit von den Bewerber*innen der jeweiligen Jahre. Solltest Du bestimmte Hochschulen für dein Studium im Blick haben, kannst Du auch hier am besten die Homepages der Unis zu Rate ziehen.

Persönliche Merkmale

Wenn Du diese formalen Anforderungen erfüllst, stellt sich noch die Frage, ob das BWL-Studium zu Dir, Deiner Persönlichkeit und Deinen Zukunftsplänen passt. Eine wichtige Voraussetzung ist, dass Du wirklich Interesse an den Themen hast. BWL hat bekanntlich den Ruf einer Notlösung im Falle absoluter Ideenlosigkeit – dieser Plan geht aber in aller Regel auch nicht auf. Schließlich wirst Du Dich mindestens drei Jahre lang intensiv mit dem Fach befassen, Du wirst anstrengende Klausurenphasen hinter Dich bringen müssen und am Ende ein Semester lang eine wissenschaftliche Arbeit in diesem Feld schreiben. Ganz ohne Leidenschaft und Spaß wird das eine sehr harte Zeit, von der niemand wirklich profitiert. 

Daran knüpft eine Eigenschaft an, die du bestenfalls auch mitbringst, nämlich Lern- und Leistungsbereitschaft. Nirgendwo bekommst Du Deinen Studienabschluss geschenkt und so solltest Du schon den Willen haben, Zeit und Energie in Dein Studium zu investieren. Außerdem hilft dir die Fähigkeit zu abstraktem und analytischem Denken dabei, in diesem Fachgebiet erfolgreich zu sein und auch mit den mathematischen Modellen gut zurecht zu kommen. 

Welche Berufe und Gehaltsaussichten gibt es nach dem Studium?

Wir haben es zu Beginn dieses Artikels ja bereits angedeutet: Die Einsatzmöglichkeiten von Betriebswirten in der freien Wirtschaft sind unglaublich vielfältig. Eine Liste möglicher Jobbezeichnungen (ohne einen Anspruch auf Vollständigkeit!):

  • Marketingmanager*in
  • Projektmanager*in
  • Controller*in
  • Unternehmensberater*in / Consultant
  • Steuerberater*in (ggf. mit Zusatzqualifikation)
  • Logistikkoordinator
  • Investmentmanager

Ob nun für ein Krankenhaus, einen Verlag, einen Maschinenbauer oder einen Gastronomie-Zulieferer, viele der Berufe können in verschiedenen Branchen ausgeübt werden. Und sowohl die Jobbezeichnung als auch die Branche und sogar die Region, in der Du arbeitest, haben einen Einfluss auf die Höhe Deines Gehalts. Die Spanne reicht dabei üblicherweise von 30.000 bis 45.000 Euro Jahresgehalt (2.500 bis 4.500 Euro monatlich). Wenn Du mehr zum Thema Gehalt von Betriebswirten erfahren möchtest, schau Dir diesen Artikel an: BWL Gehalt.

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Bearbeitet am: Januar 12, 2021

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